Anfang Juni saß ich beim Mittagessen mit dem Leiter eines Gemeinschaftsverbands zusammen. Wir sprachen über Gemeinden, über Pastorenmangel, über die Zukunft. Nach dem Essen holten wir uns noch einen Kaffee in meinem Büro – dabei wurde das Gespräch richtig intensiv.
„Mir wird gerade klar, wie dramatisch sich die Lage zugespitzt hat“, sagte er. Wir redeten über zwei Gemeinden. Die eine läuft so gut mit ihrem ehrenamtlichen Team, dass sie kürzlich Pastoren-Bewerbungen abgelehnt hat. Ja, richtig gelesen: abgelehnt. Sie hatten das Gefühl, dass diese Personen keinen zusätzlichen Drive bringen würden. Die andere Gemeinde bekommt gerade Notversorgung von benachbarten Gemeinden – bis endlich ein Pastor gefunden ist oder ein Team von Ehrenamtlichen mit den richtigen Strukturen steht.
Ein Verband. Zwei seiner Gemeinden. Zwei völlig unterschiedliche Realitäten.
Und dann wurde uns beiden klar: Das ist nicht mehr nur vorübergehend. Das wird gerade für viele Gemeinden die neue Normalität. Gemeinden ohne hauptamtlichen Pastor – das ist die Zukunft.
Aber vielleicht ist es gar nicht so neu, wie wir denken. Aus biblischer Sicht ist das sogar der Normalzustand. Gott hat von Anfang an alle Christen für die Mitarbeit befähigt – nicht nur die studierten Pastoren. Das Neue Testament ist voll von Gemeinden, die von engagierten Leuten getragen wurden, die nebenbei ihrem Beruf nachgingen.
Warum ich das hier erzähle? Weil mündige, verantwortungsvolle Mitarbeiter keine Notlösung sind.
Sie sind die, die Gemeinde tragen und gestalten. Aber sie brauchen Zurüstung, die zu ihrem Leben passt. Denn die Realität sieht oft so aus: beruflich und familiär gefordert, ehrenamtlich in der Gemeinde aktiv – wenig Zeit für zusätzliche Bildungsmaßnahmen, aber großes Interesse daran.
Deshalb passen wir zum 1. Oktober 2026 unser Angebot am BibelStudienKolleg an.
Zwei gleichwertige Säulen: Das Studium für den vollzeitlichen Dienst in Gemeinde und Mission und die Fortbildung für ehrenamtliche Mitarbeiter mit dem Leitgedanken „Glauben vertiefen. Dienst gestalten.“
Für unsere Studierenden bedeutet das: Wir vernetzen unsere Kurse intensiver, leben unsere Bibelfokussierung konsequenter und legen besonderen Wert auf praxisgerechte Predigtausbildung – ein homiletischer Schwerpunkt wird unser neues Markenzeichen.
Und für Sie als ehrenamtlicher Mitarbeiter: Noch passgenauere Angebote für unterschiedliche Aufgaben. Noch mehr Flexibilität. Noch mehr Rücksicht auf Ihre zeitlichen Möglichkeiten. Sie sind nicht die Notlösung – sondern das, was die Bibel uns schon zeigt.
Deshalb zwei Bitten:
Erstens: Nutzen Sie die verbesserten Möglichkeiten für sich und Ihre Gemeinde. Schauen Sie sich an, was wir ab Oktober anbieten.
Zweitens: Beten Sie für gutes Gelingen. Dass diese Anpassungen Gemeinden stärken und Menschen Zurüstung finden, die zu ihrem Leben passt.